2008 wurde aus Aachener Privatbesitz für das Biedermeierzimmer ein Porträt erworben: Das 125 x 155 cm große Bild zeigt den Aachener Kanzleirat und Mitglied des hiesigen Stadtrates Johann Wilhelm Janssen (1799-1868) und seine Familie. Das 1843 datierte Gemälde wurde von dem 1820 in Aachen geborenen Maler Clemens Bewer geschaffen, ein Historienmaler und gefragter Porträtist, der an der Düsseldorfer Akademie tätig war. 

Das ganzfigurige Gruppenporträt zeigt die großbürgerliche Familie Janssen auf der Terrasse ihres Hauses neben dem Wein umrankten klassizistischen Treppenaufgang. Johann Janssen ist mit seiner zweiten Ehefrau Magdalena Flemming (1800-1880), ihren vier Kindern sowie seinen zwei Söhnen aus erster Ehe zu sehen. Die Familie ist im liebevollen und friedlichen Beieinander dargestellt. Der Hausvater steht lässig gegen eine Steinbrüstung gelehnt. Er hält den zweitältesten Sohn Josef an der Hand, während der älteste Sohn Max links – den Betrachter sehr selbstbewusst anblickend – den Auftakt der Reihe der Porträtierten bildet.

Im Bildzentrum sitzt die Dame des Hauses auf einem Stuhl mit gedrechselten Pfosten. Sie trägt ein mauvefarbenes Seidenkleid mit dünnem Spitzenkragen über dem Dekolletee und umfasst mit der rechten Hand das Ärmchen des jüngsten ihrer Kinder, der vierjährigen Mathilde, die ein Kleidchen in der Modefarbe hellblau trägt. Der Mutter mit der kleinen Tochter zugeordnet ist auch der jüngste Sohn Adolf, der auf einem Fußbänkchen sitzt.  Die Gruppe wird zur Rechten abgeschlossen durch die beiden Söhne aus erster Ehe. Hinter einem Tischchen sind die beiden Söhne Carl und Wilhelm Leopold dargestellt.

Der Vater überragt die Gruppe. Diese Position entspricht seiner Stellung in der Familie zur Biedermeierzeit. Er stellt die Verbindung zur Außenwelt dar und blickt demzufolge den Betrachter unmittelbar an. Die Ehefrau und Mutter dagegen bildet im Gemälde das Zentrum der Familie und spiegelt so die Rolle der Frau: Ihr untersteht das geordnete Hauswesen, und ihr obliegt die Aufgabe, ein schönes Zuhause für den Ehegatten und die Familie zu schaffen.

Das Gemälde ist von großer malerischer Qualität. Präzise und fein ist der Pinsel geführt, die Farben lebendig  ins Bild gesetzt. Neben den delikaten Farbeffekten ist es auch die kunstvolle Lichtinszenierung, die das Familienbildnis zu einer künstlerisch bedeutenden Malerei der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts werden lässt.