Mikroportgürtel
von Renate Schwietert (ehemalige Leitung der Kostümabteilung des Theater Aachen)
Die Stimmen der Darstellenden werden bei bestimmten Produktionen – etwa Musicals oder Kinderstücken – mithilfe von Mikrofonen verstärkt. Ein sehr kleines Mikrofon wird dabei möglichst unauffällig in der Nähe des Mundes platziert. Es ist über ein Kabel mit einem Mikroport-Sender verbunden, der ebenfalls möglichst unsichtbar unter der Kleidung getragen wird. Dieser Sender, etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel, steckt in der Tasche eines Mikroport-Gürtels. Der Gürtel besteht aus einem breiten Gummiband – wahlweise in Schwarz, Weiß oder Hautfarbe – und wird auf die Taillenmaße der Darsteller*innen angepasst. Ein variabler Klettverschluss sorgt für sicheren Halt. Ziel ist es immer, die Mikroports so zu platzieren, dass sie möglichst nicht wahrgenommen werden. Eine Zigarettenschachtel ist zwar nicht groß, aber unter einem hautengen, dünnen Kleid mit betonter Taille dennoch deutlich sichtbar. Hat das Kleid mit einer betonten Taille jedoch einen weiten Rock, wird der Mikroport-Gürtel in der Regel am Oberschenkel befestigt. Besonders herausfordernd wird es, wenn sich die Darstellenden auf der Bühne ausziehen: Für die Kostümabteilung steht die Optik im Vordergrund, für die Tonabteilung die optimale Klangqualität – und für die Darstellenden die Sicherheit, dass ihre Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird.