Kostümbearbeitung am Beispiel eines Herrenhemdes

von Renate Schwietert (ehemalige Leitung der Kostümabteilung des Theater Aachen)

Frisch gekauft und neutral, blutig, schmutzig, zerrissen, bestickt: Alle diese Bearbeitungen werden in der Abteilung des Kunstgewerbes – eine Abteilung, die mit handwerklich-künstlerischen Mitteln die textilen Materialien bearbeitet – gemacht. 

Das hier gezeigte Beispiel des schmutzigen Hemdes veranschaulicht, dass die Kostümbearbeitung ein sich immer wieder verändernder Prozess ist. So ist etwa das verschmutzte Hemd bei der ersten Hauptprobe auf der Bühne erstmals im Bühnenlicht zu sehen. Die Verschmutzungen wirken hier ganz anders als in der Werkstatt des Kunstgewerbes, zu stark, zu schwach oder in der Eintönung insgesamt vielleicht zu künstlich. Also kommt das Hemd wieder zurück ins Kunstgewerbe und wird nochmals bearbeitet, leider (wieder) nicht unter original Lichtverhältnissen und so kann es sein, dass das Hemd einige Male zwischen Bühne und Kunstgewerbe hin und her wandert. Zusätzlich kann die Regie zusammen mit der Beleuchtungstechnik noch einmal das Lichtkonzept ändern und es gibt wieder Überraschungen! Während der Endproben kommen dann die Arbeiten aller Abteilungen, Bühne, Kostüm, Maske, Beleuchtung zusammen und meistens wird bis zur Premiere am Gesamtergebnis gefeilscht.

Nach der Premiere heißt es dann nicht nur im Kunstgewerbe: Aufräumen!