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Das Christkind im Glasschrein – Vom Zauber barocker Klosterarbeiten

19. November 2011 – 12. Februar 2012
0.00 – 23.59 Uhr

Mit der Gegenreformation hielten Pracht und Prunk in der Liturgie Einzug, wurde das Wallfahrtswesen neu belebt und der Heiligen- und Reliquienkult gefördert. Die seit dem Mittelalter vor allem in Süddeutschland und den Alpenländern praktizierte Jesuskindverehrung, die sich jedoch bis zur Reformation überwiegend auf die Klausuren der Frauenklöster beschränkte, wurde nun öffentlich. Einige der bekanntesten Christkindfiguren hielten als Kopien nicht nur in den Kirchen, sondern auch im bürgerlichen und bäuerlichen Bereich Einzug, meist als „Christkind“ zu Weihnachten aufgestellt und verehrt.

Auch das Krippenwesen erlebte, vor allem durch die Jesuiten gefördert, ab Mitte des 16. Jahrhunderts enormen Aufschwung. Religiöses Volksbrauchtum bestimmte in den katholischen Regionen das Alltagsleben der Menschen. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Gegenstände, die die verschiedenen Facetten der barocken Frömmigkeit rekonstruieren und veranschaulichen. Wallfahrtsjesulein, bäuerliche Fatschenkinder, Wiegen- und Schachtelkindl, Reliquien-, Votiv- und Andachtsbilder sowie Krippen, die auf zwei bedeutende Krippenlandschaften verweisen: auf Oberschwaben und Neapel.

Ebenso ist das Thema der „geistlichen Hausapotheke” mit barocken Heilmitteln wie Phylakterien, geweihte Gegenstände, die als Schutzmittel galten, Rosenkränzen, Gebetbuchbildchen, Stoffreliquien und Amuletten in dieser Präsentation vertreten. Diese verdeutlichen, wie man sich gegen Krankheiten des Leibes und der Seele zur Wehr setzte.

Die Ausstellung der Sammlung Monika Lennartz, die im spätbarocken Ambiente der bürgerlichen Wohnkultur des Couven-Museums gezeigt wird, zielt darauf, die barocke Volksfrömmigkeit, vornehmlich mit ihren Bräuchen rund um die Weihnachtszeit wieder aufleben zu lassen und sowohl Bekanntes als auch in Vergessenheit Geratenes neu ins Licht zu rücken.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.