Farina. Ein italienischer Frühlingsmorgen im Flacon

01.05.2026 - 02.11.2026

Kabinettausstellung
1708 berichtete der mittlerweile in Köln lebende Giovanni Maria Farina: „Ich habe einen Duft gefunden, der mich an einen italienischen Frühlingsmorgen erinnert, an Bergnarzissen, Orangenblüten kurz nach dem Regen.“ Genau dieser Duft sollte als Eau de Cologne Parfümgeschichte schreiben. Nicht nur, weil das olfaktorische Genie aus dem Herzogtum Mailand für seine Zeit untypische – nämliche frische und leichte – Duftstoffe verwendete. Er fand auch die technischen Möglichkeiten, noch reineren Alkohol zu destillieren und die Zutaten zu einer Cuvée zu mischen, um so den „perfekten“, d. h. einen von der Trägersubstanz unbeeinflussten und immer wieder reproduzierbaren Duft zu kreieren.
Der italienische Frühlingsmorgen im Flacon fand reißenden Absatz. Die adlige Gesellschaft am Hof Ludwigs XIV. hatte offenbar schon auf einen Parfümeur wie Farina und einen Duft wie das Eau de Cologne gewartet. In der äußerst langen Liste an prominenter Kundschaft, die bei Farina das neue Duftwasser orderte, finden sich auch Napoleon und seine Frau Joséphine, die regelrecht in Eau de Cologne badeten. Seine Schwester Pauline Borghese war ebenfalls ein großer Fan des Duftes, den sie bei ihren Aufenthalten in der Kur- und Badestadt Aachen regelmäßig dorthin bestellte; Aachen war in dieser Zeit ein regelrechter Umschlagplatz für Eau de Cologne.
Die Flacons dokumentieren die Geschichte des Eau de Cologne und der „roten Marke“ Farina ebenso wie die Entwicklung des Familienunternehmens und sogar des Markenschutzes.
Entdecken Sie in dieser Vitrine ab dem 1. Mai 2026 die Vielfalt der Parfümgeschichte mit halbjährlich wechselnden Themen. Die Flacons stammen aus der Sammlung Ilse Sommer, einer Sammlung von rund 3.000 außergewöhnlichen Flacons, die seit 2025 zur Städtischen Sammlung gehören.