Die Chorkostüme für die Figuren der „Krankenschwestern“ aus der Oper „Der eingebildete Kranke“
Premiere: 26.06. 2010
Kostümbild: Sigrid Brüninghoff
von Renate Schwietert (ehemalige Leitung der Kostümabteilung des Theater Aachen)
Der Regisseur hatte sich für seine Inszenierung gewünscht, dass der eingebildete Kranke von üppigen Krankenschwestern mit ausgeprägten „Problemzonen“ umgeben sein sollte. Der gesamte Hauschor – bestehend aus elf Damen und elf Herren – war dafür vorgesehen. Eine schöne Idee, aber viel Arbeit!
Als ersten Schritt nähte die Abteilung ein hautfarbenes, dehnbares Trikot mit Beinansatz für den gesamten Hauschor. Darauf wurden dann die weiblichen „Problemzonen“ aufgebaut – Schicht für Schicht mit Polyesterwatte modelliert und einzeln vernäht: ordentlicher Hüftspeck, üppige, aus der Form geratene Brüste, Bäuchlein und dicke Pobacken. Bei der anschließenden Anprobe wurden die neuen Proportionen überprüft, und die Gewandmeisterinnen nahmen Maß für die darüber zu tragenden Kittel. Die Herren waren sehr amüsiert über ihre neuen Silhouetten, die Damen hingegen waren nicht nur erfreut: Einige hatten gerade abgenommen – und jetzt wieder künstliche Rundungen? Anderen wiederum sorgten sich, ob sie wohl in einigen Jahren tatsächlich so aussehen würden…
Anhand der „neuen“ Maße – also der Maße der Darstellenden mit den neuen künstlichen Rundungen – wurden die Schnitte für die Kittel erstellt und diese für die Anprobe genäht. Dabei war es wichtig, die Kittel so anzupassen, dass sie möglichst eng und körperbetont wirkten. Auf dem Bild sind einige Krankenschwestern mit Mundschutz zu sehen – das sind die Chorherren mit Bart.
Abb.: Bühnenfoto des Hauschores in Krankenschwesterkostümen (Foto: Theater Aachen)