Die Ausbildung im Maßschneiderhandwerk

von Nina Brändlein und Joris Braun (Auszubildende in der Kostüm- & Maskenabteilung des Theater Aachen)

Die duale Ausbildung zum*r Maßschneider*in dauert drei Jahre. Der Berufsschulunterricht findet in Köln statt und umfasst allgemeine Fächer wie Wirtschaft und fachspezifische Fächer wie Schnittkonstruktion, Gestaltungstechnik und Werkstoff- sowie Maschinenkunde.

Vor Ort im Theater wird das klassische Maßschneiderhandwerk erlernt. In kleinschrittiger Handarbeit wird, teils auch mit dem Einsatz von Nähmaschinen, auf den Körper zugeschnittene, hochwertige Kleidung angefertigt. Dabei liegt der Fokus der Ausbildung hauptsächlich auf den zu erlernenden Ausbildungsinhalten, doch gelegentlich werden die Auszubildenden auch in die Anfertigung von Kostümen miteingebunden.

Die Ausbildung ist getrennt in zwei Fachbereiche: Damen und Herren. Die Ausbildung im Fachbereich Herren umfasst die Inhalte Hemd, Hose, Weste, Sakko, Gesellschaftskleidung (Smoking, Cut oder Frack) und Mantel, während bei den Damen die Inhalte Rock, Hose, Bluse, Kleid, Weste, Jacke und Mantel erlernt werden.

Vor Beendigung des zweiten Ausbildungsjahres wird eine eintägige praktische Zwischenprüfung abgelegt. In deren Rahmen nähen alle Auszubildenden dasselbe Kleidungsstück – entweder eine Hose oder eine Weste. Die die Ausbildung abschließende Gesellenprüfung besteht aus vier schriftlichen Prüfungen – in den Fächern Gestaltung, Schnitt, Werkstoffe und Wirtschaft – und einer einwöchigen praktischen Prüfung. Gefertigt wird im Fachbereich Damen entweder ein Kostüm oder ein Hosenanzug. Im Fachbereich Herren wird ein Sakko, Smoking oder Mantel gefertigt.