14 Puppen aus der Oper „Wozzeck“
Premiere: 28.05.2023
Kostümbild: Kathi Maurer
von Renate Schwietert (ehemalige Leitung der Kostümabteilung des Theater Aachen)
In dieser Aachener Inszenierung des Regieteams „Kommando Himmelfahrt“ wurde für die Oper „Wozzeck“ mit Hilfe von 17 fast lebensgroßen, marionettenartigen Stoffpuppen eine zusätzliche, den Realismus aufbrechende Ebene geschaffen. Alle Protagonist*innen hatten Doppelgänger*innen – in Form von Puppen, die zwar etwas kleiner sind als die lebenden Protagonist*innen, ihnen aber ansonsten verblüffend ähnlich sahen. Im Spiel auf der Bühne traten sie in einen Dialog mit ihren Doppelgänger*innen: Sie konnten sich ihrer Bühnenfigur annähern, aber auch von ihr distanzieren.
Zusätzlich zu den Hauptfiguren trat auch ein Teil des Chores mit diesen Puppen auf. Sie waren im Stil der 1970er Jahre eingekleidet und wirkten wie etwas zu klein geratene, merkwürdig abwesende Erwachsene.
Die Stoffpuppen – entworfen von der Kostümbildnerin Kathi Maurer – sind ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit verschiedener Theaterwerkstätten: Neben der Kostümabteilung waren auch die Kaschier- und Maskenabteilung sowie die Requisite und Polsterei beteiligt. Die Puppen begleiteten das Team der Kostümabteilung des Theater Aachen über längere Zeit – zunächst in Form immer wieder neuer Überlegungen dazu, dann als Einzelteile, bis sie schließlich Gestalt annahmen
Abb.: Die Puppen für das Schauspiel „Wozzeck“ (Fotos: Renate Schwietert)