Die Kopfbedeckung der Fliege aus der Oper „Orphée aux enfers“ 

Premiere: 08.02.2025

Kostümbildnerin: Jackie Tadeonie

von Susanne Pestel (Modistin in der Kostüm- und Maskenabteilung des Theater Aachen)

 

Die Basis der Kopfbedeckung der Fliege ist ein Käppchen aus schwarzem Glatthaarfilz. Dieser glatte Filz wurde auf die Kopfweite des Solisten gearbeitet. Für mehr Stabilität wurde der Filzkopf mit einer Tinktur aus verschiedenen Harzen bestrichen. Nach einiger Trockenzeit konnte nun weiter gearbeitet werden. Die großen Augen der Fliege sind prägnant. Der ausgewählte rote Stoff wurde über große Halbkugeln gezogen. Die Unterform der Augen, die erwähnten Halbkugeln, wurde aus Varaform hergestellt. Um die Augen der Fliege noch realistischer wirken zu lassen, kam über den roten Stoff noch ein schwarzer Hutschleier. Dadurch verstärkt sich der Eindruck des typisch „gitterartigen“ Blicks einer Fliege. Da es sich um eine sehr spezielle Kopfbedeckung handelt, musste auch fast alles von Hand genäht werden.

Für Kostüm und Kopfbedeckung der Fliege wurden besondere Stoffe wie zum Beispiel ein holosierender Stoff sowie einen Strukturstoff aus Kunstleder verwendet. Der kleine Rüssel der Fliege wurde aus Haarfilz gearbeitet und mit einem Hutdraht verstärkt. Um die kleinen Härchen der Fliege darzustellen, wurden feine Streifen aus Filz an den Kopf angebracht und wieder appretiert, also so bearbeitet, dass sie einen festeren Stand haben. Außerdem wurde breites Steckband/Crinolband in einzelne Fäden zerlegt, um noch feinere Härchen darzustellen. Dieses Crinol besteht aus Kunststoff und muss an den Ende zusammengebunden und mit einem Feuerzeug verschmolzen werden.

Von innen wurde wiederum ein schmales Crinolaband, am besten in der Haarfarbe des Künstlers, an die Kante des Fliegenkopfes genäht. Somit kann die Maskenabteilung die Kopfbedeckung jedes Mal zur Vorstellung mit Haarnadeln fest auf dem Kopf des Darstellers anbringen.